Nische

Der Körper im häuslichen Raum

Die taktile Verhandlung zwischen einer Figur und dem Raum, den sie einnimmt - ein privates Theater der gewöhnlichen Stunden.

Nische fotografiert die stille Beziehung zwischen einem Körper und seiner Umgebung. Eine Frau lehnt sich gegen einen Vorhang, krümmt sich um die Armlehne eines Stuhls, ruht sich im Licht zwischen zwei Räumen aus. Dies sind keine Aufführungen. Es sind die privaten Theater der alltäglichen Einsamkeit, wo ein Fensterrahmen zum Proszenium und eine Bettfalte zur Landschaft wird. Die Kamera greift nicht in diese Intimität ein, sondern hält fest, was passiert, wenn der Körper einen Platz findet, um sich niederzulassen.Die Serie nimmt ihren Titel wörtlich. Figuren besetzen architektonische Nischen: die Vertiefung eines verzierten Holzschranks, die Tiefe einer Fensterlaibung, den Schatten unter einem Oberlicht. Sie falten sich in Ecken, als hätte der Raum für sie Platz gemacht, oder als wollten sie in seiner Geometrie verschwinden. Der Körper beherrscht den Innenraum nicht, er verhandelt mit ihm und findet die Orte, an denen er ruhen kann.Die häuslichen Gegenstände akkumulieren ihre Bedeutung in der Serie. Schwere Vorhänge in Burgunderrot und Braun umrahmen die Figuren wie Bühnenvorhänge; Samtsessel halten die Körper fest, so wie Hände Gesichter festhalten. Katzen tauchen überall auf - sie rollen sich in der Nähe zusammen, gehen vorbei, beobachten - stumme Zeugen privater Stunden. An den Wänden antwortet die Kunst: Alphonse Muchas gewundene Figuren, klassische Zeichnungen von drapierten Frauen, Fotografien von Akten. Diese Bilder im Bild erzeugen einen stillen Dialog, einen Mise en abyme in dem der fotografierte Körper ein Echo der bereits im Raum hängenden Körper ist. Der Effekt ist weder ironisch noch pietätvoll. Er erkennt an, dass der Akt im Innenraum immer im Gespräch mit jedem Akt ist, der ihm vorausging.Die Arbeit steht im Dialog mit Johannes Vermeers Interieurs, in denen das Licht durch bleiverglaste Fenster eindringt und die Figuren in der Schwebe zwischen Aktion und Stillstand existieren. Die Räume von Nische sind abgenutzter, bewohnter - Wohnungen mit Heizkörpern und durch Glas sichtbaren Winterbäumen, Villen mit rissigem Putz, anonyme Hotelzimmer unter Jugendstil-Kopfteilen. Nan Goldins häusliche Fotografien sind auch hier zu finden, wenn auch weicher, weniger bekenntnishaft. Es sind keine Krisendokumente, sondern Aufzeichnungen der gewöhnlichen Intimität zwischen einer Person und den Räumen, die sie bewohnt.
Buraks jüngste Arbeiten zeigen Teile weiblicher Körperteile mit extrem hohem Kontrast und in Verschmelzung mit Textur; seine Arbeiten, die ganze weibliche Figuren in Innenräumen zeigen, vermitteln jedoch einen Sinn für psychologische und theatralische Strategien zum Verständnis der Beziehung zwischen Figuren und Raum.- Michael Hanna, Kurator, Aedra Fine Arts (vollständige Überprüfung)
Buraks jüngste Arbeiten zeigen Teile weiblicher Körperteile mit extrem hohem Kontrast und in Verschmelzung mit Textur. Seine Arbeiten, die ganze weibliche Figuren in Innenräumen zeigen, vermitteln jedoch einen Sinn für psychologische und theatralische Strategien zum Verständnis der Beziehung zwischen Figuren und Raum.Aedra Fineart - Michael Hanna. Vollständiger Artikel: https://www.pointpleasantpublishing.net/single-post/burak-bulut-yildirim