Ökoton
Der Körper als Übergangszone
Wo die Haut endet und die Umwelt beginnt – und die Unmöglichkeit, diese Grenze zu ziehen.
In der Ökologie ist ein Ökoton is a transition zone between two ecological communities: the strip of ground where forest becomes meadow, where fresh water meets salt. Such edges are often richer than either side. Species from both communities meet there, and some live nowhere else. Ökoton fotografiert den Körper als eine solche Zone. Die Serie führt den Körper dorthin zurück, woher er stammt – als Teil der Natur und nicht als eine vor ihr platzierte Gestalt –, bis die Grenze zwischen Haut und Welt zu verschwimmen beginnt.
Auf einem Foto schmiegt sich ein blasser Oberkörper an den Stamm eines alten Baumes, und die Windungen des Körpers spiegeln die Windungen des verwitterten Holzes wider. Auf einem anderen steht eine Frau inmitten von hohem Schilf, dessen Halme ihre Haut überkreuzen, bis sie nur noch teilweise sichtbar ist – eine weitere vertikale Linie unter vielen. Eine Gestalt lehnt an einem Holzzaun neben einem grasenden Pferd, wobei der Bogen ihres Rückens der Wölbung des Tieres entspricht; beide werden von derselben grellen Sonne umrandet. Vor einer tief stehenden Abendsonne wird ein Körper zu einer dunklen Silhouette wie das Gras unter ihm, und das Licht dringt durch den Spalt zwischen Arm und Brust. An anderer Stelle wird der Körper im Vordergrund weich und unscharf, während der See und der Wald dahinter scharf bleiben.
Ob in Farbe oder Schwarz-Weiß – die Serie sucht nach dem Moment, in dem der Körper aufhört, das Motiv der Landschaft zu sein, und zu einem Teil von ihr wird, indem er ihre Textur, ihren Rhythmus und ihr Licht annimmt.
Die theoretische Grundlage der Serie bildet Donna Haraways Konzept der naturKultur: the recognition that nature and culture are not opposites. In this view, every meadow is partly human work, and every human body is partly made of other species. The horses make the idea concrete. Many meadows exist only because animals graze them or people mow them; left alone, they turn to scrub and then to forest. A landscape that looks wild is often a long collaboration. Tim Ingold's anthropology of walking, Anna Tsing's writing on contaminated landscapes, and Val Plumwood's ecofeminism are the frames within which the series has developed. All three refuse the picturesque tradition, in which "nature" exists as an untouched backdrop for human presence. In Ökoton, gibt es keinen Hintergrund. Der Körper und die Umgebung teilen sich dasselbe Bild und dieselbe ontologische Ebene.
Dadurch steht die Serie im Spannungsverhältnis zu einer langen kunsthistorischen Tradition, mit der sie verwechselt werden könnte: dem pastoralen Akt. Von Tizians Bacchanal der Andrier to Anne Brigman's Pictorialist nudes in the Sierra Nevada, the nude in landscape has produced images of harmony, nostalgia, or transcendence. Ökoton keeps these images and sets harder work beside them: figures among rocks, bodies walking into coastal wind, subjects whose presence belongs to a working landscape rather than a romantic one.
Animals, when they appear, are fellow subjects, not symbols or props. The horses in particular share the frame without being subordinated to the human figure. An animal cannot be directed the way a model can, so each of these images also accepts a decision the photographer did not make. The compositions are built to refuse the hierarchy that usually separates figure from ground.
Die Pandemie-Reihe Nur du bist nah, wenn alles weit weg ist bildet ein eigenes Kapitel innerhalb von Ökoton.
























